Mainpost 16.7.2010
Von Hammelburg hinaus in die Welt: Was Absolventen des Frobenius-Gymnasiums so alles bewegen, zeigen wir im Rahmen einer Serie.
„Es macht Spaß, am Aufbau einer neuen Flotte beteiligt zu sein“, sagt Himmler. Wenn alles glatt läuft, trägt er demnächst mit dem Flugkapitän Verantwortung über 526 Passagiere. Vorher galt es, jede Menge zu pauken und herausfordernde Stunden im Flugsimulator zu bewältigen. Zwei Monate dauerte die Schulung. Ein Training verdammt hart an der Realität. Oft sogar noch härter. Immer wieder werden Ausnahmesituationen eingespielt, in denen sich die Piloten keinen Fehler erlauben dürfen: Das Versagen im Simulator hätte Auswirkungen auf das reale Berufsleben: Himmlers Pilotenkarriere bei der Lufthansa wäre zu Ende.
Damit das nicht passiert, gilt es, zahlreiche Eindrücke zu koordinieren. Je zehn Monitore und zahlreiche Instrumente geben dem Flugkapitän und dem Copiloten Auskunft über die Arbeit sämtlicher Systeme an Bord. Von der Füllung der 260 Tonnen Treibstoff fassenden Tanks bis zum Druck in den Hydrauliksystemen.
Dazu kommt reger Funkverkehr vor allem ...
... über kleinen Ländern. Bei der Überfliegung jeder Landesgrenze muss die Maschine bei den entsprechenden Fluglotsen an- und abgemeldet werden.
„Es wir nicht einfacher, aber noch sicherer“, beschreibt Himmler die Qualitäten des Riesenvogels. Durch die Tragflächen mit knapp 80 Metern Spannweite schwebt der Airbus hervorragend und kommt mit einer 1,5 Kilometer langen Landebahn aus.
„Es wird nicht einfacher, aber noch sicherer "
Christoph Himmler Co-Pilot auf dem Airbus A 380
Die Fliegerei hat Himmler eh intus, richtig neu sind bei der A 380-Ausbildung logistische Herausforderungen. Das „Einparken“ in den auf 80 Meter genormten Parkboxen will gelernt sein. Die Flugziele sind beschränkt, weil nicht überall entsprechend große Abfertigungsgebäude zur Verfügung stehen.
Himmler, der bereits mit der A 340 vornehmlich asiatische Flughäfen ansteuerte, stellt sich bei seinen Planungen auf Tokio, Peking und Johannesburg als Flugziele ein. Einmal im Monat dürfen sich Piloten ein Flugziel wünschen. Drei bis fünf Tage ist er unterwegs, bevor er wieder ein paar Tage in Hammelburg entspannt.
Die Fliegerei liegt Himmler im Blut, seitdem er bei der Flugsportgruppe Hammelburg 1995 den Segelflugschein gemacht hat. Weil es in den Vereinigten Staaten billiger war, machte er 1996 dort den Motorflugschein. Dann stellte er sich der einwöchigen Aufnahmeprüfung bei der Lufthansa. Und so ging der Traum jedes Fliegers in Erfüllung. Himmler bekam 2000 die Berufspiloten-Lizenz.
Noch heute ist er allen dankbar, die ihn bei der Flugsportgruppe Hammelburg an die Fliegerei heranführten. Beim familiärem Vereinsleben erholt er sich auch heute noch von den Trips um die Welt – und schätzt das Fliegen in einer ursprünglichen Form: In seiner zweisitzigen Piper PA 18 von 1954 genießt Himmler Franken aus der Vogelperspektive.




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