(si) Schweißgebadet aber glücklich klettert Christian Oeding aus dem Cockpit. Der 42-Jährige hat soeben den praktischen Teil seiner Motorflug-Prüfung bestanden. Die anderen Mitglieder der Flugsportgruppe (FSG) Hammelburg, die derweil unten die Daumen gedrückt hielten, gratulieren.
Unter ihnen auch der 16-Jährige Alexander Hennrich aus Würzburg. Unmittelbar vor Oeding hatte er seine praktische Prüfung im Segelflug abgelegt, ebenfalls erfolgreich.
Unter den kritischen Augen des Prüfers musste Oeding mit dem zweisitzigen Motorflugzeug vom Typ Katana DA-20 unter anderem zu einem anderen Flugplatz fliegen und verschiedene Navigationsaufgaben bewältigen. Alexander Hennrich im doppelsitzigen Segelflugzeug vom Typ ASK 13 musste sein Können in der näheren Umgebung des Hammelburger Flugplatzes unter Beweis stellen. Dazu gehörten, Winden- und Flugzeugschleppstart sowie verschiedene Figuren zu fliegen.
Höchstens drei, aber mindestens zwei Prüfungsflüge sind hierfür vorgeschrieben. Jedoch war dem Prüfer bei beiden Prüflingen nach der Landung klar, dass beide Anwärter sichere Piloten sind und bei der Flugsportgruppe eine fundierte Ausbildung genossen haben.
Zwei Jahre Ausbildung
Im Durchschnitt dauert die Ausbildung im Segel- und Motorflugbereich bis zum Erwerb der Pilotenlizenz zwei Jahre. Christian Oeding hat erst im vergangenen Sommer mit der Motorfliegerei begonnen.
Die Ausbildung findet vor allem am Wochenende statt. Von März bis Oktober liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Schulung, während in den Wintermonaten die Theorie im Vordergrund steht. Der theoretische Unterricht umfasst mindestens 60 Stunden in verschiedenen Prüfungsfächern wie Flugfunk, Navigation, Technik, Meteorologie, Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen.
Im praktischen Teil der Ausbildung müssen die Schüler nach gemeinsamen Flügen mit ihrem Lehrer den Alleinflug erlernen. In der Segelflugschulung sind sie nach etwa 50 bis 80 Starts soweit. Um ihre Tauglichkeit als Pilot unter Beweis zu stellen, haben sie unter anderem einen 50-Kilometer-Segelflug und einen 300-Kilometer-Motorflug zu absolvieren.
Schleppflugzeug im Einsatz
Während der Ausbildung werden die Segelflugzeuge meist mit der Winde in die Luft katapultiert, was kostengünstiger ist als das Anschleppen mit einem Motorflugzeug. Bei der Prüfung kommt ein Schleppflugzeug zum Einsatz. So erreicht der Flieger eine Höhe von 500 bis 600 Metern, die erforderlich ist, um das Prüfungsprogramm durchzuführen.
Bereits mit 14 Jahren kann mit der Ausbildung begonnen werden und schon mit 16 Jahren können die Schüler nach bestandener Prüfung die Segelflug-Lizenz erhalten.
„Das Fliegen fördert den Gemeinschaftssinn“, sagen die Mitglieder der Flugsportgruppe. Denn mindestens sieben Leute werden benötigt, um den Segelflugbetrieb zu ermöglichen. In der Motorflugschulung ist der Aufwand deutlich niedriger.
Neben der Fliegerei gibt es für die Mitglieder der Flugsportgruppe viel zu tun. Insbesondere in den Wintermonaten stehen Werkstattarbeiten wie Wartung und technische Überholung der Flugzeuge an. Christian Oeding ist zudem erster Kassier der Flugsportgruppe, die derzeit 160 Mitgliedern hat. Das Vereinsleben spielt sich hauptsächlich am Flugplatz auf der Hohen Lanz ab. Der Verein bietet mit Motorflug, Segelflug und Modellflug eine breite Palette fliegerischer Betätigung an. Neben einem Clubheim gibt es einen Kinderspielplatz sowie ein Camping-Areal.
Wer Interesse an der Fliegerei hat, kann am Wochenende einfach vorbeischauen und fragen, ob er mitfliegen darf. Auch Rundfluggutscheine als Geschenkidee sind bei den Mitgliedern erhältlich. Der Flugplatz ist am Wochenende meist durchgehend besetzt.
Zum Thema Fliegerei in Hammelburg finden sich auch viele Informationen auf der vereinseigenen Homepage: www.fsg-hammelburg.de




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